Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeiten - geht das?

Wartezeit

In verschiedenen Versicherungssparten hat sich das Einhalten einer Wartezeit nach Abschluss der Versicherung eingebürgert. Konkret bedeutet dies für den Versicherten, nicht direkt ab dem ersten Tag des Versicherungsbeginns Leistungen beim Versicherer geltend machen zu können, sondern zunächst einen Zeitraum von einigen Monaten oder Jahren abzuwarten. Auch wenn diese Wartezeit aus versicherungstechnischen Gründen einen Sinn ergibt, wünschen sich viele Versicherten, diese Zeitspanne zu reduzieren oder gänzlich zu umgehen. Hierzu gibt es gelegentlich Möglichkeiten, die allerdings vor einer voreiligen Vertragsunterzeichnung in Ruhe geprüft werden sollten. Wichtige Überlegungen sind hierbei:

  • Warum ist eine Wartezeit überhaupt Teil eines Vertrags?
  • Wie lange sind die Wartezeiten bei der Zahnzusatzversicherung?
  • Welche Leistungen erhalten ich nach Verkürzung der Wartezeit?
  • Gibt es spezielle Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit?

 

Warum ist die Wartezeit überhaupt Teil eines Vertrags?

Versicherungen übernehmen in sämtlichen Sparten die Kosten für Schäden, die dem Versicherungsnehmer entstanden sind. Würde in verschiedenen Sparten keinerlei Wartezeit existieren, könnte der Abschluss eines Vertrags erst in dem Moment geschehen, wo ein Schaden bereits eingetreten oder zumindest absehbar ist. Die Versicherung hätte zu diesem Zeitpunkt bislang keine Beitragszahlungen vom Versicherungsnehmer erhalten, müsste jedoch bereits finanzielle Leistungen für diesen erbringen. Die Wartezeit stellt sicher, dass der Versicherungsnehmer zunächst einige Beiträge in seinen Vertrag dotiert.

Wie lange sind die Wartezeiten bei der Zahnzusatzversicherung?

Die Wartezeit von Zahnzusatzversicherungen in Deutschland ist ebenso wie in anderen Versicherungssparten nicht eindeutig geregelt. Jede Versicherung hat die eigenständige Möglichkeit, die Wartezeit für ihre Tarife festzulegen, wobei es auch zu unterschiedlichen Längen bei verschiedenen Tarifvarianten kommt. Marktüblich hat sich bei vielen Unternehmen in ihren Standardtarifen eine Wartezeit von sechs Monaten durchgesetzt, bei manchen Vertragsmodellen muss sogar eine Zeit zwischen ein bis zwei Versicherungsjahren abgewartet werden. Spezielle Tarifvarianten unterschreiten die Wartezeit von sechs Monaten und lassen sie gänzlich außen vor.

Wie lässt sich die Verkürzung der Wartezeit erreichen?

In manchen Versicherungssparten wie z. B. beim Rechtsschutz oder der Berufsunfähigkeit werden gelegentlich Alternativen geboten, wie die eigentlich gegebene Wartezeit umgangen werden kann. Etabliert ist z. B. die Möglichkeit, den Versicherungsbeginn vorzuverlegen und so auf dem Papier dafür zu sorgen, dass der Versicherungsschutz bereits vor einem halben Jahr begann. Sofern der Versicherungsnehmer die Bereitschaft mitbringt, auf einmal die ausstehenden sechs Monatsbeiträge zu entrichten, gilt hiermit die Wartezeit als vergolten. Für die Zahnzusatzversicherung ist ein solches Vorgehen allerdings kaum etabliert. Sollte eine Versicherung explizit eine Wartezeit in einem ihrer Tarife angeben, muss der Versicherte diesen Zeitraum akzeptieren und kann erst hiernach mit Leistungen rechnen.

Gibt es spezielle Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit?

Im Zahnzusatzschutz gibt es im Regelfall keine Leistungen ohne Wartezeit, gerade wenn die Behandlungsmaßnahmen bereits im Vorfeld abzusehen waren. Nur sehr wenige Zahnzusatztarife in Deutschland ermöglichen, selbst bekannte Beschwerden, für die z. B. schon ein Heil- und Kostenplan erstellt wurde, direkt und ohne Wartezeit durch die Versicherung zu übernehmen. Ob der Abschluss eines solchen Vertrags individuell lohnt, ist im Regelfall zu bezweifeln, da die Leistungssummen eher gering ausfällt, hierfür jedoch ein hoher Betrag zu entrichten ist. Gerade aus diesem Grund ist es anzuraten, sich möglichst frühzeitig um einen umfassenden Zahnschutz zu bemühen.

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